Passend – Packend – Profiliert
Tagungen zur Gestaltung von Studieninformation, Studienwahl und Studieneinstieg in der Schweiz
Tagungsmoderation: tbd.
Gastgeberinnen: Thomas Hildbrand, Franziska Imboden, Peter Tremp
Zur Anmeldung
Anpassungen noch möglich (Stand: 28. November 2025)
| Zeit | Inhalt |
|---|---|
| 14.45 Uhr | Begrüssung |
| 15.00 Uhr | Workshops I | 15.45 Uhr | Workshops II |
| 16.35 Uhr | Hauptreferat |
| 17.20 Uhr | Workshops III |
| 18.00 Uhr | Ausklang |
15:00 – 15:40 Uhr
Das im Studium geforderte aktive Studierhandeln kann eine Herausforderung für Studienanfänger:innen darstellen: Es bringt mehr Freiheiten mit sich, aber auch höhere Anforderungen an die Selbststeuerung (z. B. bzgl. Selbstmotivation, Selbstregulierung) und an die Eigenverantwortung bei der Planung (z. B. Zeitmanagement, Koordination verschiedener Lebensbereiche). Peer-Tutor:innen aus höheren Semestern können Studienanfänger:innen nicht nur dabei unterstützen, sich räumlich und organisatorisch an ihrem Studienort zu orientieren, sondern auch in ihrem Lernen, und so zu einem guten Start im Studium beitragen.
Im Atelier wird thematisiert, wie das geht und welche Herausforderungen sich dabei stellen (können). Zudem wird ein im Rahmen des Projektes erstellter Selbstlernkurs vorgestellt.
Die Gesundheit ist ein wichtiger Aspekt des Alltages von Studierenden. Gesundheitliche Probleme können sich einschränkend auf das Studium auswirken. Sie stecken den Handlungsrahmen ab, innerhalb dessen sich betroffene Studierende in ihrem Studienalltag bewegen. Mit der Erhebung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden (SSEE) des Bundesamts für Statistik BFS stehen Informationen über die Gesundheit der Studierenden zur Verfügung. Anhand von drei Indikatoren (dauerhafte Gesundheitsprobleme, Einschränkungen im Studium, Depressionssymptome) soll ein Überblick über den aktuellen Gesundheitszustand der Studierenden an den Schweizer Hochschulen vermittelt und die Entwicklung seit 2016 aufgezeigt werden.
Die Studieneingangsphase ist eine sensible Lebensphase mit besonderen Herausforderungen. Ein aktives Onboarding der Erstsemestrigen gehört an der Fachhochschule Kärnten (Österreich) an der Fakultät Gesundheit & Soziales seit über einem Jahrzehnt zum Angebot. Dafür wurde «Gesunder Start ins Studium» entwickelt: Unter Einsatz outdoorpädagogischer Ansätze werden die Studierenden beim Eintritt in das Hochschulleben unterstützt. Die Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen steht dabei an erster Stelle. Das Programm ist mittlerweile an zahlreichen Studiengängen curricular verankert und wurde umfassend evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass mittels «Gesunder Start ins Studium» das studentische Kohärenzgefühl sowie das gemeinsame Wirksamkeitserleben in der Studierendengruppe gestärkt wird.
Für viele Studierende ist das erste Semester an der Hochschule mit Herausforderungen verbunden, welche viel Stress auslösen können. Die Gründe sind vielfältig und hängen stark von der aktuellen Lebenssituation der Studierenden und ihren Bewältigungsstrategien ab. Das Modul «Stress- und Selbstmanagement» der Pädagogischen Hochschule Luzern setzt im zweiten Semester an. Ausgehend von einer Standortbestimmung mit dem Instrument AVEM (Arbeitsbezogenen Erlebens- und Verhaltensmuster) von Schaarschmidt & Fischer (2008) setzen sich die Studierenden persönliche Ziele. Zusätzlich erhalten sie Impulse zu unterschiedlichen Aspekten der Stressbewältigung und können persönliches Coaching nutzen. Der Workshop gibt einen Einblick in die Elemente des Workshops und die Erfahrungen in den letzten Jahren.
Ärztinnen und Ärzte sind eine der am stärksten psychisch belasteten Bevölkerungsgruppen. Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Suizidalität sind weit verbreitet in der Berufsgruppe, die andere Menschen gesund erhalten oder heilen soll. Die Entwicklung der Verschlechterung der mentalen Gesundheit beginnt aber bereits während des Studiums.
Im Sinne einer Prävention, aber auch einer besseren Versorgung von Patient*innen, sollte die mentale Gesundheit zukünftiger Ärztinnen und Ärzte einen zentralen Aspekt der universitären Ausbildung darstellen. In diesem Beitrag wird die Problemkonstellation dargestellt und Gegensteuerungsmöglichkeiten hinsichtlich Stress, psychischer Belastung und Burnout diskutiert. Es besteht explizit keine Beschränkung nur auf Medizinstudierende.
15:45 – 16:25 Uhr
Die Studieneingangsphase ist ein hoch beanspruchender Übergang, in dem Erwartungen, Anforderungen und individuelle Ressourcen oft nicht deckungsgleich sind. Solche Passungsprobleme können Belastung, Unsicherheit und gesundheitliche Risiken verstärken. Um diese Übergangsprozesse fundiert zu verstehen, wurden an der Pädagogischen Hochschule im Sommer 2025 alle Erstjahresstudierenden zu ihren Herausforderungen, entlastenden Faktoren und gewünschten Unterstützungsangeboten befragt. Der Beitrag stellt zentrale Befunde dieser Erhebung vor und zeigt auf, wie unterschiedliche Studierendengruppen den Übergang erleben. Diskutiert wird, welche Schlüsse sich daraus für ein gesundheitsförderliches Onboarding und für gezielte Unterstützungsstrukturen im ersten Studienjahr ziehen lassen.
Internationale Studierende stehen vor der Herausforderung, sich in einem neuen kulturellen und akademischen Umfeld zurechtzufinden. Ein gelingender Studienstart erfordert gezielte Unterstützung in Selbstmanagement, interkultureller Kompetenz und sozialer Einbindung. Das Workshopangebot zielt darauf, internationale Studierende in der Studieneingangsphase zu stärken. Vermittelt werden zentrale Kompetenzen und Strategien, ergänzt durch eine „Community of Care“ mit Peer-Unterstützung. Im Beitrag werden das Angebot vorgestellt und Herausforderungen sowie Chancen bei der Umsetzung diskutiert – mit Blick darauf, wie Zugehörigkeit und Wohlbefinden gestärkt und Studienanforderungen besser bewältigt werden können.
Dr. Stefan Reiss, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie
Das Leben ist geprägt von Übergängen von einer Lebensphase in eine andere Lebensphase. Ein wichtiger Übergang für Studierende ist der Übergang von der Schule auf die Hochschule. Dieser ist in vielerlei Hinsicht mit Veränderungen verbunden.
Die NuPhA-Study (Nutrition and Physical Activity in Adolescence) und sich anschließende qualitative und Mixed-Methods-Studien haben sich Änderungen im Gesundheitsverhalten, insbesondere der Ernährung und der körperlichen Aktivität, aber auch Veränderungen in der mentalen Gesundheit (u.a. Einsamkeit) im Zuge dieses Übergangs gewidmet.
Im Rahmen des Forums sollen ausgewählte Ergebnisse vorgestellt und vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen diskutiert werden.
Beschreibung folgt
16:35 – 17:15 Uhr
(Text folgt)
17:20 – 18:00 Uhr
Studierende befinden sich in einer spannenden, herausfordernden Transitionsphase – insbesondere zu Beginn und gegen Ende des Studiums. In diesem Beitrag wird basierend auf drei Datensätzen untersucht, was vor allem Studienanfänger*innen in Österreich charakterisiert und wie sie – gegebenenfalls im Unterschied zu anderen Studierendengruppen – gesundheitlich unterstützt werden könn(t)en. Zusätzlich wird dargestellt, welche Angebote bereits verfügbar sind. Gesundheit wird dabei umfassend definiert und hinsichtlich physischer, psychischer, sozialer, ökonomischer und weiterer Aspekte untersucht.
Die Umfrage zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 29% der Studierenden an Schweizer Hochschulen an Symptomen von mittleren bis schweren Depressionen leiden. Vor allem junge Erwachsene, die sich gerade am Anfang ihres Studiums befinden, stehen besonders unter mentalem Druck. Im Beitrag des Student Minds Networks soll darauf eingegangen werden, welche Herausforderungen zu den erhöhten mentalen Schwierigkeiten im Studium führen. Ausserdem wird thematisiert, welche Ideen und Good Practices an verschiedenen Hochschulen bereits verfolgt werden und welche Rolle studentische Projekte dabei spielen. In der Diskussion soll es Raum für Austausch zu weiteren Ideen und Erfahrungen geben.
An der Universität Zürich verstehen wir Student Wellbeing als gemeinsame Verantwortung von Hochschule und Studierenden. Im Fokus stehen unterschiedliche Dimensionen des Wohlbefindens, darunter mentale Gesundheit, Zugehörigkeit, finanzielle Absicherung und Schutz vor Diskriminierung.
Im Workshop erläutern wir unser Verständnis von Student Wellbeing vor dem Hintergrund international diskutierter Best Practices. Anhand von konkreten Beispielen (Information, Onboarding, Beratung, Zusammenarbeit mit studentischen Organisationen) legen wir dar, wie wir an der Universität Zürich schon in der Studieneingangsphase Rahmenbedingungen schaffen möchten, die das Wohlbefinden und den Studienerfolg nachhaltig stärken.
Der Übergang an die Hochschule stellt einen vielfältigen Prozess dar, bei dem organisatorische, persönliche, soziale und inhaltliche Herausforderungen bewältigt werden müssen. In einer Befragung formulieren Studierende der Fachrichtungen Physiotherapie und Lehramt (N = 352) mittels einer selbst gewählten Metapher das Erleben ihres ersten Semesters. Sie schildern emotionale Höhen und Tiefen, Gefühle von Orientierungslosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefertsein sowie den Eindruck, nicht abgeholt zu werden. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung von Metaphern für die Verständigung über das Erstsemestererleben. Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, die den Studierenden ermöglichen, ihre Handlungsmacht (Agency) zu erweitern und Studiengänge so zu gestalten, dass erfolgreiche und nachhaltige Lernprozesse gefördert werden.
Immer mehr Schüler:innen, denen während der Schulzeit ein Nachteilsausgleich gewährt wurde, beginnen ein Studium und treffen an den Hochschulen auf Erwartungen, Abläufe, und Verfahren, die sich deutlich von denen der Schule unterscheiden. In der Studieneingangsphase kann dies zu Unsicherheiten und Missverständnissen auf Seiten der Studierenden wie auch der Dozierenden und administrativen Stellen führen. Der Workshop beleuchtet Unterschiede zwischen Schule und Hochschule, zeigt typische Herausforderungen auf und diskutiert, wie Hochschulen Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit in der Studieneingangsphase – und darüber hinaus – wirksam unterstützen können.